Ein Fall




Um Ihnen, lieber Leser, liebe Leserin, einen Einblick zu geben, was passieren kann, wollen wir den Fall einer Mutter schildern.

Die Schwangerschaft hat ganz normal begonnen.

In der 8. Woche wurde per Ultraschall bestätigt, dass alles in Ordnung sei.

In der 11. Woche haben sich dann Blutungen eingestellt. Hinter der Gebärmutterwand hat sich ein Blutgerinnsel gebildet, aus diesem hat es geblutet. Die Schwangere musste 14 Tage stationär im Krankenhaus bleiben, danach war wieder alles in Ordnung.

In der 23. Woche hatte die Schwangere wieder Blutungen. Auch dieses mal wurde Sie stationär aufgenommen. Die Blutungen sind aber nie ganz weggeblieben. In der 28. Woche hat dann ein Ultraschall ergeben , dass keine Herztöne mehr da waren. Das Zitat des Arztes: Es Tut mir Leid Frau B: Ihr Kind hat keine Herztöne mehr, es lebt nicht mehr.

Durch die Blutungen sind Keime in die Gebärmutter gelangt, somit hat sich im Fruchtwasser, im Mutterkuchen, in der Nabelschnur und auch am Kind Eiter gebildet, was zum Absterben des Kindes geführt hat.

So, nun war die Mutter erst einmal nicht fähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Die erste Reaktion war: "Kaiserschnitt und gleich unterbinden, das mache ich nicht noch einmal mit".

Mit dem Mann zusammen haben sie dann die nächsten Stunden im Krankenhaus verbracht.

Dann wurde die Geburt des Kindes eingeleitet und Gott sei Dank, die Wehen haben sehr rasch begonnen.

Bis zu den Presswehen sind gute 4 Std. vergangen, danach wurde das Kind im OP unter einer Vollnarkose geboren, Bzw. von den Ärzten „ herausgezogen“.

Die Mutter war froh über diesen Hergang, denn sie wollte das tot geborene Kind nicht sofort in den Arm nehmen.

Zuerst war für sie klar, sie wollte den toten Körper nicht sehen und schon gar nicht im Arm halten, jedoch nach einem Gespräch mit der Ärztin änderte Sie ihre Meinung.

Am 2. Tag nach der Geburt haben die Eltern das Kind doch angeschaut, es jedoch nicht auf den Arm genommen.

Im nach hinein war das sehr gut so. Der Bezug zu diesem Kind wurde hergestellt und somit auch das Abschied nehmen in Gang gebracht.

Eine Woche nach der Geburt wurde das Kind dann beerdigt. Jedes tot geborene Kind das mehr als 500 Gr. wiegt, muss beerdigt werden. Darunter liegende Kinder können beerdigt werden, müssen es jedoch nicht.

Die nachfolgende Zeit war von sehr viel Arbeit begleitet, da gerade das neue Haus der Familie im Bau war. Die Eltern, besonders die Mutter hatten oder nahmen sich somit keine Zeit um zu trauern. Jedoch war die Trauer nicht aufgehoben sondern nur aufgeschoben.

Das grosse Loch kam dann, als der Umzug in das Haus vorüber war. Der ganz normale Alltag hatte die Familie wieder und somit wurde für die Mutter zum ersten mal richtig der Verlust des Babys deutlich.

Mit beruhigenden homäophatischen Mitteln und eines sehr guten Heilpraktikers wurde der Alltag wieder etwas erträglicher.

Gut 3 Monate nach der Geburt nahm die Mutter dann auch psychologische Hilfe in Anspruch, was eine sehr hilfreiche Sache war.

Auch eine Selbsthilfegruppe haben die Eltern besucht, was aber nicht von Vorteil war, weil sie nach Meinung der Mutter zu früh besucht wurde.

Seit der Totgeburt sind nun 6 Jahre und 3 Monate vergangen. Es gibt Tage, da fehlt das Kind noch so stark, dass die Tränen fliessen. Verglichen mit einer grossen Welle: am Anfang sind sie sehr stark, flachen aber immer mehr ab. So kann man den Schmerz und den Verlust des Kindes auch vergleichen.

Die Trauer ist ein sehr sehr wichtiger Bestandteil des Verlustes.

Das Paar hat Zwischenzeitlich noch ein Kind bekommen. Diese Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen. Das Kind ist nun 4 J. Alt und ein Sonnenschein, jedoch kein Ersatz für das tot geborene Geschwisterchen, sondern ein eigenes Individuum.

Wenn Sie auch von diesem harten Schicksal betroffen sind und Kontakt zu betroffenen Eltern haben möchten, so melden sie sich doch bei uns.

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